Retractly — EU-Widerrufsbutton für Shopify
Version 1.0 · Stand: 12. Juni 2026
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen regeln die Nutzung der Shopify-App „Retractly“ der Timmgard GmbH. Mit der Installation der App über den Shopify App Store und der Zustimmung zu diesen AGB im Rahmen des Onboardings erkennt der Händler diese Bedingungen an. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer.
Anbieter der Shopify-App „Retractly“ (nachfolgend „die App“) ist:
Timmgard GmbH
Kurhausstraße 78a
53773 Hennef
Deutschland
Handelsregister: HRB 17527 (Amtsgericht Siegburg)
USt-IdNr.: DE359202464
Vertretungsberechtigt: S. Timm
E-Mail: [email protected]
Kontaktformular: https://tg-ai.de/kontakt
(nachfolgend „der Anbieter“)
Diese AGB in der Version 1.0 vom 12. Juni 2026 gelten für alle Verträge über die Nutzung der App zwischen dem Anbieter und dem Betreiber des Shopify-Shops, in dem die App installiert wird (nachfolgend „der Händler“).
Das Angebot richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Verbraucher (§ 13 BGB) sind als Vertragspartner ausgeschlossen. Mit der Installation der App bestätigt der Händler, dass er in Ausübung seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handelt.
Diese AGB gelten ausschließlich. Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Geschäftsbedingungen des Händlers werden nur Vertragsbestandteil, wenn und soweit der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich in Textform zugestimmt hat. Dies gilt auch, wenn der Anbieter in Kenntnis entgegenstehender Bedingungen seine Leistung vorbehaltlos erbringt.
Die App ist eine Software-as-a-Service-Lösung, die Shopify-Händler bei der technischen Umsetzung der Widerrufsfunktion nach § 356a BGB unterstützt. Der Leistungsumfang umfasst insbesondere:
• Bereitstellung eines zweistufigen Widerrufsformulars mit gesetzeskonformen Beschriftungen („Vertrag widerrufen“ / „Widerruf bestätigen“)
• Beschränkung der Pflichtangaben des Formulars auf die drei gesetzlich vorgesehenen Angaben (Name, Angaben zur Identifizierung des Vertrags, elektronisches Kommunikationsmittel)
• Automatisierte, unverzügliche Eingangsbestätigung per E-Mail auf einem dauerhaften Datenträger mit dem Inhalt der Widerrufserklärung sowie Datum und Uhrzeit des Eingangs
• Zeitstempel-Dokumentation des Absende- und Eingangszeitpunkts
• Dashboard im Shopify-Admin zur Verwaltung und Bearbeitung eingehender Widerrufe
• Sprachfassungen des Widerrufsformulars in 24 EU-Amtssprachen
Die App ist ein technisches Hilfsmittel. Sie nimmt dem Händler die ihn treffenden gesetzlichen Pflichten nicht ab; Ziffern 4 und 5 bleiben unberührt.
Die App setzt einen aktiven Shopify-Shop voraus und ist von der Verfügbarkeit der Shopify-Plattform, ihrer Schnittstellen (APIs) und des Shopify App Stores abhängig. Ändert Shopify seine Plattform oder Schnittstellen, wird der Anbieter die App innerhalb angemessener Frist anpassen, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist.
Der Vertrag kommt zustande, indem der Händler die App über den Shopify App Store installiert und diesen AGB im Rahmen des Onboardings zustimmt, spätestens jedoch mit der ersten Nutzung der App.
Für die Nutzung der Shopify-Plattform und des Shopify App Stores gelten daneben die Vertragsbedingungen von Shopify; diese sind nicht Gegenstand dieses Vertrags und werden durch diese AGB nicht berührt.
Die App ist ein technisches Hilfsmittel zur standardisierten Umsetzung gesetzlicher Anforderungen (insbesondere des § 356a BGB). Der Anbieter erbringt keine Rechtsdienstleistungen im Sinne des § 2 Abs. 1 RDG, insbesondere keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.
Die Bereitstellung der App, ihrer Funktionen und Texte sowie sämtlicher Informationsmaterialien des Anbieters (einschließlich Website, Blog und Support-Antworten) stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt eine solche nicht.
Es obliegt dem Händler, im Einzelfall und in Zweifelsfällen fachkundigen Rat — insbesondere durch eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt — einzuholen. Für die rechtliche Zulässigkeit, Richtigkeit und Vollständigkeit der im Shop des Händlers verwendeten Rechtstexte sowie für die Erfüllung der den Händler treffenden gesetzlichen Pflichten bleibt allein der Händler verantwortlich.
Eine Garantie oder Zusicherung der „Abmahnsicherheit“ oder der Rechtskonformität der konkreten Implementierung im Shop des Händlers wird nicht übernommen, da diese nur durch eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls beurteilt werden könnte. Die Rechtskonformität des Shops des Händlers und dessen Schutz vor Abmahnungen sind keine vereinbarte Beschaffenheit der App und nicht Gegenstand einer Garantie im Sinne von Ziffer 11 Absatz 1.
Die finale Verantwortung für die rechtskonforme Konfiguration, Platzierung und Nutzung der App liegt beim Händler. Dem Händler obliegen insbesondere folgende Pflichten:
• Einbindung und Platzierung des von der App bereitgestellten Widerrufs-Links bzw. -Buttons im Shop: gut lesbar, hervorgehoben, leicht zugänglich und ohne Login-Hürde (§ 356a Abs. 1 BGB). Die App stellt den Link bereit; die konkrete Einbindung in Theme und Navigation sowie deren Sichtbarkeit verantwortet der Händler.
• Sicherstellung der ständigen Verfügbarkeit der Widerrufsfunktion während laufender Widerrufsfristen: die App installiert und aktiviert lassen, den Link nicht entfernen oder verdecken und den Shop erreichbar halten.
• Prüfung, ob und für welche Verträge ein Widerrufsrecht besteht und ob Ausnahmen (z. B. § 312g Abs. 2 BGB) greifen.
• Anpassung und inhaltliche Richtigkeit der eigenen Rechtstexte, insbesondere der Widerrufsbelehrung einschließlich der Information über Bestehen und Platzierung der Widerrufsfunktion (Art. 246a EGBGB).
• Ergänzung der eigenen Datenschutzerklärung um die Datenverarbeitung über die Widerrufsfunktion sowie Abschluss des Auftragsverarbeitungsvertrags des Anbieters (https://tg-ai.de/avv).
• Materielle Bearbeitung eingegangener Widerrufe: Prüfung der Wirksamkeit, fristgerechte Rückabwicklung und Erstattung (§§ 355 ff., 357 BGB) sowie die über die automatisierte Eingangsbestätigung hinausgehende Kommunikation mit dem Verbraucher.
• Erfüllung der Pflichten aus § 356a BGB auf Vertriebskanälen außerhalb des angebundenen Shopify-Shops (z. B. Marktplätze oder eigene Apps); diese werden von der App nicht abgedeckt.
• Korrekte und vollständige Konfiguration der App, insbesondere zutreffende Händler- und Absenderangaben sowie ein funktionsfähiger E-Mail-Versand.
• Beachtung, dass die App nicht die Kündigungsbutton-Pflicht nach § 312k BGB erfüllt; diese ist gegebenenfalls separat umzusetzen.
Verletzt der Händler diese Pflichten, gehen daraus entstehende Nachteile (z. B. Abmahnungen, Bußgelder oder verlängerte Widerrufsfristen) nicht zulasten des Anbieters.
Die App wird von dem Anbieter unabhängig von Shopify entwickelt und betrieben. Es gilt:
• Allein der Anbieter — nicht Shopify — ist für die App und deren Support verantwortlich.
• Shopify haftet nicht für Fehler der App oder für Schäden, die aus ihrer Installation oder Nutzung entstehen können.
• Soweit nicht ausdrücklich von Shopify erklärt, leistet Shopify keine Unterstützung bei der Installation oder Nutzung der App.
• Der Anbieter ist allein verantwortlich für Ansprüche, die sich aus dem Zugriff auf die App oder ihrer Nutzung ergeben, einschließlich der Entwicklung, Nutzung, Vermarktung und des Vertriebs der App, des Supports der App sowie des Zugriffs auf, der Nutzung, Verarbeitung und Speicherung von Händler-Daten durch den Anbieter.
Der Anbieter stellt die App mit einer Verfügbarkeit von 99 % im Monatsmittel am Übergabepunkt (Schnittstelle des Rechenzentrums zum Internet) bereit.
Nicht als Ausfallzeiten gelten:
• angekündigte Wartungsfenster, die nach Möglichkeit außerhalb üblicher Geschäftszeiten liegen,
• Störungen außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters, insbesondere Störungen der Shopify-Plattform oder ihrer Schnittstellen, des Internets oder Fälle höherer Gewalt.
Gesetzliche Rechte des Händlers bei Nichtverfügbarkeit, einschließlich der Mängelrechte, bleiben nach Maßgabe der Ziffern 10 und 11 unberührt.
Der Händler erhält für die Dauer des Vertrags das einfache, nicht ausschließliche, nicht übertragbare und nicht unterlizenzierbare Recht, die App für den angebundenen Shopify-Shop zu nutzen. Eine Vervielfältigung, Bearbeitung oder Dekompilierung der App über die gesetzlich zwingend erlaubten Fälle hinaus ist untersagt.
Die App wird in einem kostenlosen Tarif (FREE) und einem kostenpflichtigen Tarif (PRO) angeboten. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Buchung im Shopify App Store bzw. im Buchungsdialog angezeigten Preise und Leistungsumfänge.
Die Abrechnung erfolgt ausschließlich über das Abrechnungssystem von Shopify (Shopify Billing) nach den dort geltenden Bedingungen und Abrechnungszyklen. Der Anbieter erhebt keine Zahlungsdaten des Händlers.
Preisänderungen werden mindestens 30 Tage im Voraus angekündigt und gelten nicht rückwirkend. Dem Händler steht es frei, den Vertrag vor Wirksamwerden einer Preisänderung gemäß Ziffer 14 zu beenden.
Es gelten die gesetzlichen Gewährleistungsregeln mit folgenden Maßgaben:
• Die verschuldensunabhängige Haftung des Anbieters auf Schadensersatz für bereits bei Vertragsschluss vorhandene Mängel der App (§ 536a Abs. 1 Alt. 1 BGB) ist ausgeschlossen.
• Der Händler zeigt Mängel unverzüglich in Textform an und unterstützt den Anbieter in zumutbarem Umfang bei der Fehleranalyse.
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit, für die schuldhafte Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, nach den Vorschriften des Produkthaftungsgesetzes sowie im Umfang einer vom Anbieter ausdrücklich übernommenen Garantie.
(2) Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Händler regelmäßig vertrauen darf (wesentliche Vertragspflicht), ist die Haftung des Anbieters der Höhe nach auf den bei Vertragsschluss vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden begrenzt.
(3) In den Fällen des Absatzes 2 ist die Haftung der Höhe nach zudem auf 10.000 € je Schadensfall und auf insgesamt 20.000 € für alle Schadensfälle innerhalb eines Vertragsjahres begrenzt.
(4) Im Übrigen ist die Haftung des Anbieters für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
(5) Bei Verlust von Daten haftet der Anbieter nach Maßgabe der vorstehenden Absätze nur für den Aufwand, der für die Wiederherstellung der Daten bei ordnungsgemäßer und regelmäßiger Datensicherung erforderlich gewesen wäre.
(6) Der Anbieter haftet nicht für Nachteile, die auf einer Verletzung der dem Händler nach Ziffer 5 obliegenden Pflichten beruhen, insbesondere auf einer fehlerhaften oder unterbliebenen Platzierung der Widerrufsfunktion, unzutreffenden oder unvollständigen Rechtstexten oder der unterlassenen Prüfung der eigenen rechtlichen Pflichten.
(7) Eine Änderung der Beweislast zum Nachteil des Händlers ist mit den vorstehenden Regelungen nicht verbunden.
Der Händler stellt den Anbieter von allen Ansprüchen Dritter frei, die gegen den Anbieter wegen der vom Händler zu verantwortenden Inhalte, Konfigurationen oder Rechtstexte oder wegen der Verletzung der dem Händler nach Ziffer 5 obliegenden Pflichten geltend gemacht werden, soweit der Händler die zugrunde liegende Rechtsverletzung zu vertreten hat. Die Freistellung umfasst die notwendigen Kosten der Rechtsverteidigung.
Der Anbieter informiert den Händler unverzüglich über eine solche Inanspruchnahme und gibt ihm — soweit rechtlich möglich — Gelegenheit zur Abwehr des Anspruchs.
Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten im Rahmen der App enthält die Datenschutzerklärung: https://tg-ai.de/apps/retractly/privacy-policy
Soweit der Anbieter personenbezogene Daten von Endkunden des Händlers verarbeitet, geschieht dies als Auftragsverarbeiter auf Grundlage des Auftragsverarbeitungsvertrags nach Art. 28 DSGVO, abrufbar unter https://tg-ai.de/avv. Der Auftragsverarbeitungsvertrag wird mit Installation der App Vertragsbestandteil.
Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit. Der Händler kann den Vertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Frist beenden, indem er die App deinstalliert; die Deinstallation gilt als Kündigung. Bereits über Shopify Billing abgerechnete Zeiträume werden nicht anteilig erstattet, soweit Shopify-seitig nichts anderes vorgesehen ist.
Der Anbieter kann den Vertrag mit einer Frist von 30 Tagen in Textform kündigen. Das Recht beider Parteien zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
Nach Beendigung des Vertrags werden die Daten des Shops gemäß der Datenschutzerklärung gelöscht (in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach Deinstallation). Der Händler bleibt verpflichtet, die Widerrufsfunktion nach § 356a BGB ab Beendigung anderweitig bereitzustellen.
Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft ändern, soweit dies aufgrund von Gesetzes- oder Rechtsprechungsänderungen, Änderungen der Shopify-Plattform oder ihrer Schnittstellen oder der Weiterentwicklung der App erforderlich ist und der Händler hierdurch nicht unangemessen benachteiligt wird. Das Verhältnis von Leistung und Entgelt sowie wesentliche Pflichten der Parteien bleiben von dieser Änderungsbefugnis unberührt.
Änderungen werden dem Händler mindestens sechs Wochen vor ihrem Wirksamwerden in Textform (z. B. per E-Mail oder als Hinweis im App-Dashboard) angekündigt. Widerspricht der Händler nicht bis zum Wirksamwerden, gelten die Änderungen als genehmigt; auf das Widerspruchsrecht und diese Rechtsfolge wird in der Ankündigung gesondert hingewiesen. Widerspricht der Händler, kann jede Partei den Vertrag zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung beenden.
Diese AGB werden in deutscher und englischer Sprache bereitgestellt. Im Falle von Abweichungen, Unklarheiten oder Auslegungsunterschieden zwischen den Sprachfassungen ist ausschließlich die deutsche Fassung maßgeblich und rechtlich bindend.
Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG) und des Kollisionsrechts.
Ist der Händler Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen oder hat er keinen allgemeinen Gerichtsstand in Deutschland, ist ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag der Sitz des Anbieters. Der Anbieter ist berechtigt, den Händler auch an dessen allgemeinem Gerichtsstand zu verklagen.
Der Händler kann gegen Forderungen des Anbieters nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen aufrechnen.
Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.